Ein Fachwerkhaus zieht um

Der Verein startet demnächst mit einem besonderen neuen Vorhaben unter dem Titel „Ein Fachwerkhaus zieht um“. Anfang Juni soll die ehemalige Leichenhalle und Friedhofskapelle der evangelischen Kirche abgebaut und später auf das Gelände des Dorfmuseums umgesetzt werden. Das kleine Fachwerkgebäude wurde 1945 errichtet und bis etwa 1964 als Leichenhalle und Friedhofskapelle genutzt. Hintergrund für den Bau war die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Flüchtlinge und Zugezogene in engen Wohnverhältnissen lebten und eine würdevolle Aufbahrung Verstorbener in den Wohnungen oft nicht möglich war. Nach altem Brauch wurde 1964 Minna Beushausen als letzte mit dem Pferdekarren von zu Hause mit einem gemeinsamen Trauermarsch durch das Dorf zum Friedhof gebracht.

Der Abbau und spätere Wiederaufbau sollen in traditioneller Fachwerkbauweise erfolgen – ganz so, wie früher Gebäude tatsächlich versetzt wurden; denn Häuser galten als „fahrende Habe“. Die symbolische Schlüsselübergabe durch die Kirche an den Verein findet am 4. Juni ab 17 Uhr direkt an der ehemaligen Friedhofskapelle statt. In einem kleinen feierlichen Rahmen, zu dem auch Gäste willkommen sind – mit Grillgut und Getränken soll der Beginn des Projektes begangen werden. Die eigentlichen Bauarbeiten starten ab dem 5. Juni.